Die GmbH im Überblick

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (= GmbH) ist wegen der gesetzlichen Haftungsbeschränkung, ihrer übersichtlichen Struktur und klaren Aufgabenverteilung zwischen Gesellschafter und Geschäftsführer die beliebteste Rechtsform in Deutschland. GmbH (und UG - haftungsbeschränkt) gehören zur Gruppe der Kapitalgesellschaften, die von einer oder mehreren Personen zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck errichtet werden können und durch Eintragung ins Handelsregister entstehen. Die GmbH ist für kleine Unternehmen mit einem geschäftsführenden Gesellschafter ebenso geeignet wie für große und international tätige Unternehmen mit mehreren Gesellschaftern, Geschäftsführern und zahlreichen Mitarbeitern.

Inhalt:

  1. Wesensmerkmale der GmbH
  2. Vorteile der GmbH
  3. Nachteile der GmbH
  4. Gründung der GmbH
  5. Aufgabenverteilung
  6. Organe der GmbH

Für die Gründung einer GmbH ist ein Stammkapital in Höhe von wenigstens EUR 25.000,00 gesetzlich vorgeschrieben, das im Falle der Bargründung mindestens zur Hälfte eingezahlt werden muß. Die Aufgaben sind unter den Organen der GmbH - vereinfacht gesagt - so aufgeteilt, dass die Gesellschafter die wirtschaftlichen Ziele und Leitlinien des Unternehmens bestimmen und die Geschäftsführer unter Einhaltung der gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen für deren Umsetzung in der täglichen Praxis verantwortlich sind.

1. Wesensmerkmale der GmbH

Die Rechtsgrundlagen für die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (= GmbH) befinden sich im GmbH-Gesetz, das zuletzt mit Wirkung zum 01.11.2008 umfangreich reformiert wurde, wobei u.a. die UG - haftungsbeschränkt als Rechtsformalternative zur GmbH eingeführt wurde. Es handelt sich um eine

  • Handelsgesellschaft kraft Rechtsform
  • mit eigener Rechtspersönlichkeit, die
  • von einer oder mehreren Personen und
  • zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck

gegründet werden kann. Als solche ist die GmbH immer Kaufmann und unmittelbarer Träger von Rechten und Pflichten, kann Eigentum erwerben, vor Gericht klagen und verklagt werden. Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen (= Haftungsbeschränkung). Daher bestimmt das GmbHG, dass eine GmbH mindestens mit einem Stammkapital in Höhe von EUR 25.000 auszustatten ist. Für die Vertretung der Gesellschaft und die Geschäftsführung bestellt die Gesamtheit der Gesellschafter (= Gesellschafterversammlung) zu Beginn einen oder mehrere Geschäftsführer, die sowohl aus der Mitte der Gesellschafter als auch aus völlig unbeteiligten Dritten ausgewählt werden können.

2. Vorteile der GmbH

Einer der großen Vorteile der GmbH und der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) besteht darin, dass sich diese Rechtsformen gleichermaßen für Betriebe

  • in der Produktion,
  • im Handel und
  • im Bereich der Dienstleistungen

eignen und gem. § 1 GmbHG zu jedem gesetzlichen zulässigen Zweck gegründet werden können. Neben dem klassischen Handelsgewerbe darf die GmbH also auch für freiberufliche, künstlerische oder wissenschaftliche Zwecke eingesetzt werden, ja sogar für gemeinnützige Aufgaben. Die Vorteile der GmbH liegen ferner darin, dass sich die geschäftlichen Beziehungen zwischen den Gesellschaftern untereinander übersichtlich gestalten lassen, die Kapitalaufbringung von Anfang an geregelt wird und den Gesellschaftern eine weitreichende Haftungsbeschränkung gewährt wird.

Stichpunktartig lassen sich die Vorteile der GmbH wie folgt auflisten:

  • Ausschluss der persönlichen Haftung der Gesellschafter der GmbH,
  • Möglichkeit zur entgeltlichen Mitarbeit im eigenen Unternehmen,
  • höchstmögliche Einflussnahme auf die Geschäftsführer,
  • steuerlich wirksame Altersvorsorge und Absicherung der Gesellschafter-Geschäftsführer,
  • weitgehende Gestaltungsfreiheit des Gesellschaftsvertrages.

Die GmbH ist selbst Steuersubjekt, sprich die Gewinne der GmbH unterliegen der Körperschaftssteuer. Die bezahlte Körperschaftsteuer ist definitiv, d.h. sie wird nicht auf die Einkommensteuer der Gesellschafter angerechnet. Im Falle der Gewinnausschüttung der GmbH an ihre Gesellschafter erfolgt nochmals eine Besteuerung der ausgeschütteten Gewinne auf Ebene der Gesellschafter. 

3. Nachteile der GmbH

Bei der GmbH handelt es sich um eine juristische Person des Privatrechts mit eigener Rechtspersönlichkeit und eigenem Vermögen, das strikt zu trennen ist vom Vermögen der beteiligten Gesellschafter. Diese strikte Trennung zwischen Gesellschaftsvermögen und Privatvermögen der Gesellschafter ist aus verschiedenen Gründen dringend zu beachten und überfordert manche Unternehmer. An erster Stelle stehen dabei Erwägungen des

  • Steuerrechts,
  • Insolvenzrecht und
  • Gesellschaftsrechts.

Aus diesem Grund sind bei der Gründung, Führung und Auflösung einer GmbH zahlreiche Formalien zu beachten. So erfordert die Gründung einer GmbH z.B. ein Stammkapital in Höhe von 25.000,00 Euro, das so manchen Existenzgründer zu Beginn der Selbständigkeit überfordert. Aus steuerrechtlichen Gründen ist eine lückenlose Dokumentation aller Geschäfte zwischen GmbH und Gesellschafter erforderlich. Als Handelsgesellschaft kraft Rechtsform muss die GmbH zwingend einen jährlichen Vermögensvergleich gem. § 4 Abs. 1 EStG i.V.m. § 5 EStG - bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung bei Kleinstkapitalgesellschaften - erstellen und veröffentlichen. Die Auflösung der GmbH muss ebenfalls nach einem förmlichen Verfahren erfolgen, das als Liquidation bezeichnet wird.

4. Gründung der GmbH

Bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) sind verschiedene Phasen zu unterscheiden, beginnend mit dem Entschluß der Gründungsgesellschafter zur Errichtung einer GmbH und der notariellen Berurkundung des Gesellschaftsvertrages, gefolgt von der Aufbringung des Stammkapitals und der Eintragung ins Handelsregister. Ganz grob unterscheidet man bei der Gründung einer GmbH zwischen

  • einer Bargründung und
  • einer Sachgründung,

die jeweils durch

  • eine Person (Einmann-GmbH) oder
  • mehrere Personen (Mehrpersonengesellschaft)

erfolgen kann. In beiden Fällen ist zumindest ein Stammkapital in Höhe von EUR 25.000,00 festzulegen, wobei Sacheinlagen immer in voller Höhe erbracht werden müssen. Im Falle der Bargründung einer Einmann-GmbH dauert es im Idealfall vom Entschluß zur Errichtung bis zur Eintragung im Handelsregister rund eine Woche. Die Gründung einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) läuft grundsätzlich nach dem gleichen Schema ab, von kleinen Unterschieden bei der Höhe des Stammkapitals und den Gründungskosten abgesehen.

5. Aufgabenverteilung in der GmbH

Während bei Personengesellschaften grundsätzlich ein gleichberechtigtes Nebeneinander der beteiligten Gesellschafter unabhängig von der Höhe des eingebrachten Kapitals besteht, bestimmt sich die Machtverteilung innerhalb der GmbH grundsätzlich nach den Anteilen der Gesellschafter am Stammkapital. Wer das meiste Kapital in die GmbH eingebracht hat, bestimmt in der Regel auch das Schicksal der Gesellschaft. Die Gesellschafter nehmen ihre zentrale Rechte in erster Linie im Rahmen der Gesellschafterversammlung wahr, wobei sich das Gewicht ihrer Stimmen i.d.R. an den Anteilen am Stammkapital orientiert. Das alltägliche Geschäft regeln der oder die Geschäftsführer der GmbH in Umsetzung der grundlegenden Entscheidungen der Gesellschafter.

6. Organe der GmbH

Grundsätzlich bestehen die GmbH und die UG (haftungsbeschränkt) aus den folgenden zwei Organen:

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Bildung eines

  • Aufsichtsrats und/oder
  • Beirats.

In bestimmten gesetzlichen Fällen sind diese Einrichtungen auch vorgeschrieben. Dies betrifft jedoch vorwiegend große Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten.

In den meisten GmbHs bestehen nur die folgenden Organe:

a) Gesellschafterversammlung

Alle Gesellschafter der GmbH bilden die Gesellschafterversammlung, die über die langfristigen Geschicke der GmbH bestimmt und diese plant. Hier findet die Willensbildung der Gesellschaft statt. Der einzelne Gesellschafter übt sein Mitspracherecht in der Gesellschaft nahezu ausschließlich in der Gesellschafterversammlung aus. Das Gewicht der einzelnen Gesellschafter bestimmt sich nach dem Anteil am Stammkapital der Gesellschaft. Wer in der GmbH die Mehrheit des Kapital eingebracht hat, verfügt auch über die meisten Stimmen in der Gesellschafterversammlung. Außerhalb der Gesellschafterversammlung hat der Gesellschafter nur sehr eingeschränkte Rechte, es sei denn es handelt es sich um einen geschäftsführenden Gesellschafter. Grundsätzlich wird ein Beschluss der Gesellschafterversammlung mit einfacher Mehrheit gefasst, wobei abweichende Regelungen im Gesellschaftsvertrag jederzeit möglich sind. Eines der wichtigsten Rechte der Gesellschafter ist die Bestellung und Abberufung der Geschäftsführer, das jedoch nur der Gesamtheit der Gesellschafter zusteht.

b) Geschäftsführung

Der oder die Geschäftsführer leiten den Betrieb nach den Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und der gesetzlichen Regelungen. Der oder die Geschäftsführer vertreten die GmbH nach außen und können selbst beurteilen, welche Entscheidungen am besten geeignet sind, die Interessen und Ziele der GmbH zu erreichen. Sie treffen somit ihre Entscheidungen grundsätzlich alleine und eigenverantwortlich. Vorgaben der Gesellschafter bei alltäglichen Entscheidungen sind daher eher die Ausnahme, auch wenn ein Weisungsrecht der Gesellschafterversammlung gegenüber der Geschäftsführung besteht.

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