GmbH & Co. KG im Steuerrecht

Die Komplementär-GmbH und die Kommanditgesellschaft sind zwei eigenständige Unternehmen und werden auch bei der Besteuerung der Gewinne und Umsätze unabhängig voneinander behandelt.

Inhalt:

  1. Besteuerung der Komplementär-GmbH
  2. Besteuerung der Kommanditgesellschaft

1. Besteuerung der Komplementär-GmbH

Soweit die GmbH ihren Sitz oder die Geschäftsleitung im Inland hat, ist sie unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig, § 1 Abs. 1 KStG. Die unbeschränkte Körperschaftsteuerpflicht erstreckt sich gem. § 1 Abs. 2 KStG auf sämtliche Einkünfte der GmbH. Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Körperschaftsteuer ist gem. § 7 Abs. 1 KStG das zu versteuernde Einkommen, das sich zunächst nach den allgemeinen Vorschriften des EStG berechnet, ergänzt durch die besonderen Regelungen des KStG. Ausgangsbasis ist der Gewinn, der durch Bestandsvergleich gem. § 5 EStG zu berechnen ist, wobei zunächst die Handelsbilanz nach den Vorschriften des HGB maßgeblich ist. Der Körperschaftsteuersatz auf nicht ausgeschüttete Gewinne wurde durch die Unternehmensteuerreform 2008 von 25% auf 15% gesenkt. Eine besondere Bedeutung haben die Regeln zur verdeckten Gewinnausschüttung, die den Gewinn der GmbH nicht mindern darf.

Die Komplementär-GmbH ist gewerbesteuerpflichtig, soweit sie ein im Inland belegenes gewerbliches Unternehmen betreibt, § 2 Abs. GewStG. Bemessungsgrundlage für die Festsetzung der Gewerbesteuer ist der Gewerbeertrag. Hierfür wird zunächst der Gewinn auf Basis der Vorschriften des EStG und KStG ermittelt. Unter Berücksichtigung der besonderen Vorschriften des GewStG wird dieser um bestimmte Beträge vermehrt (= Hinzurechnungen) oder vermindert (= Kürzungen). Mit dieser Methode soll eine ertragsabhängige Besteuerung des Gewerbebetriebs gewährleistet werden. Seit Inkrafttreten der Unternehmensteuerreform 2008 zum 01.01.2008 gehört die gezahlte Gewerbesteuer bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens nicht mehr zu den abzugsfähigen Betriebsausgaben, § 4 Abs. 5b EStG. Im Gegenzug wurde die Steuermesszahl bei der Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrags von früher 5% auf jetzt 3,5% abgesenkt.

Soweit die Komplementär-GmbH umsatzsteuerpflichtige Lieferungen oder Leistungen i.S.d. UStG ausführt, unterliegen diese der Umsatzsteuer.

2. Besteuerung der Kommanditgesellschaft

Die Gewinnermittlung der GmbH & Co. KG erfolgt grundsätzlich nach den allgemeinen Regeln der Gewinnermittlung bei Personengesellschaften.

Das wirtschaftliche Ergebnis der GmbH & Co. KG wird den Gesellschaftern anteilig unter Einbeziehung etwaiger Sonderbetriebs- Einnahmen und Sonderbetriebs- Ausgaben durch eine gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung zugerechnet. Insoweit gibt es also keine Unterschiede zu einer normalen Kommanditgesellschaft.

Da die Anteile der Kommanditisten an der Komplementär- GmbH grundsätzlich zu deren Sonderbetriebsvermögen II rechnen, stellen Gewinnausschüttungen der Komplementär- GmbH an die Kommanditisten Sonderbetriebseinnahmen dar sind und daher in den Sonderbilanzen auszuweisen. Dies muss spätestens dann erfolgen, wenn die Gewinnausschüttung beschlossen ist. Das gleiche gilt auch für Vergütungen, die ein Kommanditist als Geschäftsführer der Komplementär- GmbH erhält.

Grundsätzlich erzielen die Gesellschafter einer GmbH & Co. KG gewerbliche Einkünfte aus Mitunternehmerschaft, § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG, da die Einkünfte einer Personengesellschaft gewerblich geprägt sind, wenn sie über eine oder mehrere Kapitalgesellschaften als persönlich haftende Gesellschafter verfügt und nur diese oder andere Personen, die nicht Gesellschafter sind, zur Geschäftsführung befugt sind, § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG.

Daher vermittelt auch eine rein vermögensverwaltende GmbH & Co. KG grundsätzlich gewerbliche Einkünfte. Das gleiche gilt auch für die doppelstöckige GmbH & Co. KG.

Die GmbH & Co. KG unterliegt ebenfalls der Gewerbesteuer, wenn sie ein gewerbliches Unternehmen betreibt (§ 15 Abs. 2 EStG) oder gewerblich geprägte Einkünfte erzielt (§ 15 Abs. 3 EStG), § 2 Abs. 1 S. 2 GewStG.

Im Regelfall ist die GmbH & Co. KG Unternehmer im Sinne des § 2 UStG.