Verdeckte Gewinnausschüttung

Eine verdeckte Gewinnausschüttung i.S.d. Körperschaftsteuergesetzes (KStG) mindert das Einkommen einer Kapitalgesellschaft nicht und ist diesem daher außerbilanziell wieder hinzuzurechnen. Es handelt sich um ein steuerrechtliches Konstrukt, das bei positiver Feststellung durch das Finanzamt oft überraschend kommt und umso verheerender in den finanziellen Auswirkungen ist.

Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA)

Eine verdeckte Gewinnausschüttung führt gem. § 8 Abs. 3 S. 2 KStG nicht zu einer Einkommensminderung der Kapitalgesellschaft. Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist dem Einkommen der GmbH daher außerbilanziell wieder hinzuzurechnen, wenn die nachfolgenden Voraussetzungen gegeben sind:

  1. Eine Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung,
  2. die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist,
  3. sich auf die Höhe des Einkommens der GmbH ausgewirkt hat und
  4. nicht auf einem den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften entsprechenden Gewinnverteilungsbeschluss beruht.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt immer dann vor, wenn die Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters unter sonst gleichen Umständen gegenüber einem fremden Dritten nicht eingetreten wäre.

a. Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensvermehrung

Für die Definition der Vermögensminderung bzw. die verhinderte Vermögensmehrung haben sich in erster Linie die folgenden Fallgruppen herausgebildet, wobei die unangemessen hohe Vergütung des Gesellschafter-Geschäftsführers einer der häufigsten Streitpunkte zwischen GmbH und Finanzamt ist:

  • Unangemessen hohes Geschäftsführergehalt,
  • Zinsloses oder außergewöhnlich zinsgünstiges Darlehen an Gesellschafter,
  • Überhöhter Zinssatz bei Darlehen der Gesellschafter an die GmbH,
  • Unübliche Preisgestaltung bei Geschäften zwischen GmbH und Gesellschafter,
  • Unübliche Gestaltung bei Vermietung von Gegenständen an die GmbH oder
  • Verzicht der GmbH auf Rechte gegenüber Gesellschaftern.

Besonders häufig und tragisch ist die verdeckte Gewinnausschüttung bei Geschäften zwischen GmbH und beherrschendem Gesellschafter (bzw. dessen Angehörigen), wenn diese ohne vorherige, klare und schriftliche Vereinbarung erfolgen.

b. Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis

Eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis liegt immer dann vor, wenn ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter (§ 43 Abs. 1 GmbHG) die Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung gegenüber einem fremden Dritten unter sonst gleichen Umständen nicht hingenommen hätte. Bei den zu beurteilenden Geschäften zwischen GmbH und Gesellschafter kommt es also regelmäßig darauf an, ob hierbei unübliche Gestaltungen, Preise, Konditionen etc. vereinbart wurden.