Grundlagen zur betrieblichen Altersvorsorge

Sowohl der Aufbau als auch der Schutz einer betrieblichen Altersvorsorge ist für GmbH-Geschäftsführer sehr wichtig, da deren Versorgungslücke schon allein wegen des regelmäßig hohen Einkommens größer ist als beim durchschnittlichen Arbeitnehmer. Darüber hinaus unterliegen viele Gesellschafter-Geschäftsführer nicht der Sozialversicherungspflicht und sind daher neben einer privaten Altersvorsorge auf eine betriebliche Altersvorsorge dringend angewiesen.

Inhalt:

  1. Die Säulen der Altersvorsorge
  2. Umfang der betrieblichen Altersvorsorge
  3. Anwendbarkeit des Betriebsrentengesetzes

1. Die Säulen der Altersvorsorge

Die Altersvorsorge der Geschäftsführer einer GmbH stützt sich in der Regel auf die folgenden drei Säulen:

  1. Gesetzliche Rentenversicherung (betrifft nur Fremdgeschäftsführer und sozialversicherungspflichtige Gesellschafter-Geschäftsführer),
  2. private Altersvorsorge und
  3. betriebliche Altersvorsorge.

Da das Geschäftsführergehalt regelmäßig deutlich über dem Durchschnittsgehalt eines angestellten Mitarbeiters liegt, fällt auch die Versorgungslücke beim Eintritt ins Rentenalter umso höher aus. Daher ist es für die Geschäftsführer einer GmbH auch so wichtig, so früh wie möglich mit dem Aufbau einer privaten und betrieblichen Altersvorsorge zu beginnen.

Dies gilt erst recht für die nicht sozialversicherungspflichtigen Gesellschafter-Geschäftsführer, die außerhalb des gesetzlichen Rentensystems stehen und keine Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben. In diesen Fällen ist nicht nur ein frühzeitiger Aufbau einer privaten und betrieblichen Altersvorsorge enorm wichtig, sondern auch der Schutz der erworbenen Ansprüche vor überraschenden und/oder ungewollten Ereignissen, sei es ein Wechsel oder die Insolvenz des Unternehmens.

2. Umfang der betrieblichen Altersvorsorge

Der Begriff der betrieblichen Altersvorsorge für Geschäftsführer beinhaltet die Zusage von Leistungen im Rahmen der

  • Altersvorsorge,
  • Invaliditätsversorgung und
  • Hinterbliebenenversorgung,

die anlässlich des Dienstverhältnisses bei der GmbH gewährt werden, § 1 Abs. 1 Satz 1 BetrAVG.

3. Anwendbarkeit des Betriebsrentengesetzes

Die Anwendbarkeit des Betriebsrentengesetzes (Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung = BetrAVG) mit seinen gesetzlichen Schutzwirkungen im Einzelfall ist entscheidend davon abhängig, ob es sich um einen

  • einen Fremdgeschäftsführer ohne Beteiligung an der Gesellschaft,
  • einen nicht sozialversicherungspflichtigen Gesellschafter-Geschäftsführer,
  • einen beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer oder
  • einen Alleingesellschafter-Geschäftsführer

handelt. Hier geht es insbesondere (aber nicht nur) um den Insolvenzschutz der bereits erworbenen Ansprüche eines GmbH-Geschäftsführers, die unter allen Umständen und in allen Konstellationen sichergestellt sein müssen. Es wäre dramatisch, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer im Falle einer Insolvenz der Gesellschaft kurz vor dem Eintritt ins Rentenalter nicht nur sein Unternehmen verliert, sondern auch sämtliche Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge.