Tantieme

Geschäftsführer einer GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) erhalten regelmäßig neben dem Grundgehalt eine gewinnabhängige Tantieme, d.h. eine prozentuale Gewinnbeteiligung, die auf Grundlage einer vertraglich definierten Bemessungsgrundlage berechnet wird. Wie die Tantieme zu berechnen ist, muss im Rahmen einer klaren und eindeutigen Vereinbarung im Vorhinein geregelt sein.

Inhalt:

  1. Gesamtausstattung der Geschäftsführer
  2. Gewinnbeteiligung mittels Tantieme
  3. Tantieme an Gesellschafter-Geschäftsführer

1. Gesamtausstattung der Geschäftsführer

In der Praxis besteht die Gesamtausstattung eines Geschäftsführers - sprich das Geschäftsführergehalt mit all seinen Bestandteilen - neben dem festen Grundgehalt aus einer erfolgsabhängigen Tantieme, einem Dienstwagen mit Erlaubnis zur Privatnutzung und Elementen einer betrieblichen Altersvorsorge bis hin zur Pensionszusage. In jedem Fall ist jedoch zu beachten, dass sowohl die einzelnen Bausteine als auch die Gesamtausstattung einer Angemessenheitsprüfung durch das Finanzamt standhalten muss. Das gilt ganz besonders für die Tantieme der Geschäftsführer, zu denen vom Bundesfinanzhof und von der Finanzverwaltung zahlreiche Regeln entwickelt wurden.  

2. Gewinnbeteiligung mittels Tantieme

Üblicherweise erhalten Geschäftsführer zusätzlich zu ihrem Grundgehalt eine jährliche Gewinnbeteiligung im Wege einer Tantieme, die im Geschäftsführervertrag schriftlich fixiert wird, sowohl hinsichtlich der Bemessungsgrundlage als auch hinsichtlich der Quote. Da gewinnabhängige Tantiemen neben dem Grundgehalt grundsätzlich als Betriebsausgaben anerkannt werden, sind diese anderen Formen von Tantiemen in der Regel vorzuziehen. Insbesondere Umsatztantiemen sind in vielen Fällen wirtschaftlich nicht zu empfehlen. Wichtig ist ferner, dass Tantiemen neben dem Grundgehalt gewährt werden und nicht als einzige Komponente das Geschäftsführergehalt bestimmen. In der Praxis liegt der Anteil der gewinnabhängigen Vergütung mittels Tantieme im Durchschnitt bei rund 25% der Gesamtausstattung. Um einem Geschäftsführer den Einstieg in eine Gesellschaft schmackhafter zu machen, werden heutzutage auch oftmals Mindesttantiemen vereinbart, meist begrenzt auf einen bestimmten Zeitraum. 

3. Tantiemen an Gesellschafter-Geschäftsführer

Tantiemen an Gesellschafter-Geschäftsführer unterliegen als Teil der Gesamtausstattung den gleichen strengen Anforderungen der Finanzverwaltung bezüglich Ernsthaftigkeit, Üblichkeit, Fremdvergleich und Angemessenheit der Gesamtausstattung des Geschäftsführergehalts. Überschreiten Tantiemen an Gesellschafter-Geschäftsführer den von der Rechtsprechung und Finanzverwaltung entwickelten Rahmen, werden diese als verdeckte Gewinnausschüttung qualifiziert.

Bei Tantiemen an Gesellschafter-Geschäftsführer erfolgt die Prüfung in folgenden Schritten:

  • Abzugsfähigkeit der Tantieme dem Grunde nach,
  • Abzugsfähigkeit der Tantieme der Höhe nach,
  • Angemessenheit der Gesamtausstattung der Höhe nach.

a) Abzugsfähigkeit der Tantieme dem Grunde nach

Für die Abzugsfähigkeit einer Tantieme als Betriebsausgaben ist zunächst Voraussetzung, dass die Höhe der Tantieme im Vorhinein klar und eindeutig festgelegt wird. Hierfür ist erforderlich, dass neben dem Prozentsatz auch die Bemessungsgrundlage zur Berechnung der Tantieme anhand der Vereinbarungen im Geschäftsführervertrag für einen außenstehenden Dritten anhand klarer Begriffe und einfacher Rechenschritte nachvollziehbar und bestimmbar ist.

Im Falle einer Tantieme an den beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer wird darüber hinaus vorausgesetzt, dass die Vereinbarung einer Tantieme

  • zivilrechtlich wirksam ist, 
  • im Vorhinein vereinbart worden ist (Rückwirkungsverbot) und
  • gemäß der Vereinbarung auch tatsächlich durchgeführt wurde (Durchführungsgebot).

Andere als gewinnabhängige Tantiemen sind beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer regelmäßig nicht zu empfehlen, da sie von der Finanzverwaltung und auch von der Rechtsprechung nur in ganz wenigen Ausnahmefällen als Betriebsausgaben anerkannt werden. Dies gilt vor allem für Nur-Tantiemen und Umsatz-Tantiemen

b) Abzugsfähigkeit der Tantieme der Höhe nach

Tantiemen an Gesellschafter-Geschäftsführer werden in der Regel als unangemessen beurteilt, soweit sie mehr als 50% des Gewinns der GmbH abschöpfen. Diese Obergrenze gilt auch, wenn mehrere Geschäftsführer eine Tantieme erhalten, d.h. die Summe aller Tantiemen mehr als 50 % des Gewinns der GmbH beträgt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Tantiemen an Gesellschafter-Geschäftsführer, die bis zu 25 % der Gesamtausstattung des Geschäftsführers ausmachen, werden von der Finanzverwaltung nicht weiter untersucht, sofern die Gesamtausstattung angemessen ist. Übersteigt der Anteil der Tantieme die Quote von 25% der Gesamtausstattung, wird der übersteigende Teil daraufhin überprüft, ob insoweit eine Abzugsfähigkeit abzulehnen ist.

c) Angemessenheit der Gesamtausstattung

Ist die Tantieme an einen Gesellschafter-Geschäftsführer für sich betrachtet sowohl dem Grunde als auch der Höhe anzuerkennen, kann sich eine Unangemessenheit in der Gesamtausstattung ergeben, die in entsprechender Höhe zu nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben und verdeckter Gewinnausschüttung führt.