Gründungsphasen

Bei der Gründung einer GmbH sind mehrere Gründungsphasen zu unterscheiden, beginnend mit der Vorgründungsgesellschaft, gefolgt von der Vor-GmbH, die sich mit der Eintragung ins Handelsregister unmittelbar zur GmbH umwandelt.

Inhalt:

Vorgründungsgesellschaft
Vorgesellschaft (Vor-GmbH)
Unechte Vorgesellschaft

Da die GmbH gem. § 11 Abs. 1 GmbHG erst mit Eintragung ins Handelsregister entsteht, durchlaufen die Gründungsgesellschafter bis dahin zwei unterschiedliche Gründungsphasen, wobei die notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrages eine markante Trennungslinie bildet. Die Kenntnis der jeweiligen Gründungsphasen ist deshalb von Bedeutung, weil hiervon auch die Haftung der beteiligten Personen während der GmbH-Gründung abhängig ist.

1. Vorgründungsgesellschaft

Die Vorgründungsgesellschaft beginnt mit dem formlosen Entschluß der beteiligten Gesellschafter zur Gründung einer GmbH und endet mit der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages. Hierbei handelt es sich um

Während dieser Phase haften die beteiligten Personen, die sich zur Gründung einer GmbH verabredet haben. Die Haftung ist entsprechend der Haftung in der GbR unbeschränkt und gesamtschuldnerisch.

2. Vor-GmbH

Die Vor-GmbH entsteht mit notarieller Beurkundung des Gesellschaftsvertrages und endet mit Eintragung ins Handelsregister. Die Vor-GmbH geht rechtlich in der späteren GmbH auf, d.h. sie wandelt sich mit Eintragung ins Handelsregister mit allen Aktiva und Passiva in eine GmbH um. Sie ist schon unbeschränkt handlungsfähig und kann auch Träger von Rechten und Pflichten werden. Im Firmennamen muss zum Schutz des Rechtsverkehr ein Zusatz "in Gündung" oder "i.Gr." aufgenommen werden.

Bis zur Eintragung ins Handelsregister haften die Handelnden etwaigen Gläubigern persönlich und solidarisch gem. § 11 Abs. 2 GmbHG. Als Handelnde kommen die Geschäftsführer und solche Personen in Betracht, die wie Geschäftsführer im Rechtsverkehr auftreten. Die Handelndenhaftung erlischt mit Eintragung der Gesellschaft ins Handelsregister.

Darüber hinaus haften die Gründungsgesellschafter für die Verbindlichkeiten der Vor-GmbH unbeschränkt und entsprechend ihrem Anteil am Stammkapital, sofern der Geschäftsbetrieb bereits vor Eintragung ins Handelsregister aufgenommen wurde.  Es handelt sich hier um eine Haftung gegenüber der Vor-GmbH, nicht gegenüber etwaigen Gläubigern.

3. Unechte Vorgesellschaft

Hatte die Gesellschafter von Anfang an keine Absicht zur Eintragung der Gesellschaft ins Handelsregister hatten oder fällt diese Absicht aus anderen Gründen später weg, liegt eine unechte Vorgesellschaft vor.  In diesem Fall haften die Gesellschafter wie bei einer Personengesellschaft für Verbindlichkeiten der Gesellschaft persönlich und gesamtschuldnerisch