Vorteile der UG (haftungsbeschränkt)

Neben der Haftungsbeschränkung besitzt die UG (haftungsbeschränkt) einige weitere Vorteile gegenüber anderen Rechtsformen, die jeder Existenzgründer bei der Wahl der richtigen Rechtsform immer im Auge haben sollte.

Daher gehe ich an dieser Stelle der Frage nach, in welchen Fällen die UG (haftunsbeschränkt) die richtige und empfehlenswerte Rechtsform für ein Start-Up ist. Um es gleich vorweg zu nehmen: Angesichts der zahlreichen Vorteile der UG (haftungsbeschränkt) gegenüber der Limited bzw. der GmbH und anderen Rechtsformen ist man sogar geneigt, die Frage wie folgt zu formulieren: In welchen Fällen erscheint die UG (haftungsbeschränkt) weniger geeignet und empfehlenswert für ein Unternehmen?

Inhalt:

1. Haftungsbeschränkung
2. Höhe des Stammkapitals
3. Steuerliche Vorteile

1. Haftungsbeschränkung der UG (haftungsbeschränkt)

Jede unternehmerische Tätigkeit birgt ihre eigenen Risiken für den Inhaber bzw. Gesellschafter mit sich. Bei Personengesellschaften ohne Haftungsbeschränkung wie das Einzelunternehmen, die Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder die OHG haften die Inhaber bzw. die Gesellschafter im Falle einer vertraglichen oder gesetzlichen Haftung des Unternehmens auch mit ihrem Privatvermögen, wenn die vom Einzelunternehmen oder der Gesellschaft geschuldeten Leistungen

  • nicht rechtzeitig,
  • nicht ordentlich oder
  • gar nicht

erbracht werden. Das gleiche gilt, wenn im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit

  • durch Pflichtverletzung oder
  • durch deliktische Handlungen
Schäden am Eigentum Dritter bzw. deren Gesundheit verursacht werden. Gesellschafter dieser Personengesellschaften sind daher von Beginn an mit dem gesamten System des Haftungsrechts konfrontiert.

Anders ist dies bei Kapitalgesellschaften, zu denen neben der GmbH und der Aktiengesellschaft auch die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) gehört. Bei Kapitalgesellschaften gehört es zum Wesen dieser Rechtsformen, dass das Haftungsrisiko auf das in in der Gesellschaft gebundene Vermögen beschränkt ist. Im Haftungsfall bleibt das Privatvermögen der Gesellschafter von Forderungen Dritter grundsätzlich unberührt. Im schlimmsten Fall muss für die Gesellschaft ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt werden, ggf. auch mit der Konsequenz, dass das eingebrachte Grund- oder Stammkapital der Gesellschafter verloren ist. Der Schaden der Gesellschafter beschränkt sich dann im Falle der GmbH oder der UG (haftungsbeschränkt) auf das eingezahlte Stammkapital.

2. Höhe des Stammkapitals

Die Höhe des Stammkapitals ist ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl unter den verschiedenen Alternativen der Kapitalgesellschaften, insbesondere zwischen der Aktiengesellschaft, GmbH oder UG (haftungsbeschränkt). Für einen Existenzgründer stellt sich zu Recht die Frage, warum er seiner Gesellschaft mehr Kapital als erforderlich zur Verfügung stellen sollte. Genau auf dieser Basis ist der Erfolg der Limited in den vergangenen Jahren zu erklären. Auf der anderen Seite besteht in Deutschland ein gewisses Akzeptanzproblem gegenüber Gesellschaften, die eine Tendenz zur minimalen Kapitalausstattung erkennen lassen. Hierzu gehört auch die UUG (haftungsbeschränkt), die theoretisch bereits mit 1 Euro gegründet werden könnte. Extrem unterkapitalisierte Kapitalgesellschaften werden daher mit der Sorge bzw. Vorsicht vorleistungspflichtiger Geschäftspartner leben müssen. Im Zweifel müssen diese Gesellschaften Vorzahlungen leisten müssen. Aus diesem Grund ist jedem Gründer einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) zu empfehlen, das Stammkapital zumindest in Abhängigkeit des Investitionsbedarfs festzusetzen. In jedem Fall sollte das Stammkapital zumindest die Gründungskosten der Gesellschaft decken. 

3. Steuerliche Vorteile

Steuerliche Aspekte spielen bei der Wahl der Rechtsform ebenfalls eine zentrale Rolle. Pauschale Aussagen sind diesbezüglich meist falsch, da die gesamtsteuerliche Belastung des Gesellschafters UG (haftungsbeschränkt) von vielen Faktoren abhängig ist. Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass auch die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) von der Unternehmenssteuerreform 2008 profitiert hat, die beginnend ab 2008 in Kraft getreten ist und die Kapitalgesellschaften insgesamt besser gestellt hat.